3. Bündnistag zum Thema “Gute Inobhutnahme”
Am 3. Juni 2026 kamen in Rendsburg Mitarbeiterinnen der Mitgliedsunternehmen und -einrichtungen sowie Netzwerkpartnerinnen des Aktionsbündnisses Kindeswohl Schleswig-Holstein (ABKWSH) zum dritten Bündnistag zusammen. Topthema in diesem Jahr war “Gute Inobhtutnahme”. Anke Erdmann, die Bürgerbeauftragte in Schleswig-Holstein, und die Sprecher des in Gründung befindlichen Aktionsbündnisses Kindeswohl in Hessen, nahmen ebenfalls teil. Alle erlebten einen Tag, der zeigte, wie weit das Aktionsbündnis Kindeswohl Schleswig-Holstein in kurzer Zeit gewachsen ist.
Nach der Begrüßung durch ABKSH-Sprecher Hasko Facklam gab der Koordinator der Geschäftsstelle Thomas Waldner einen Überblick über den Tag. Anschließend ABKWSH-Sprecher Lutz Regenberg eine positive Bilanz der vergangenen zwölf Monate. Lutz stellte auch den aus dem vergangenen Bündnis-Tag heraus entwickelten „Personalpiloten SH“ – eine aus der Berechnungstabelle Personalbedarf (BeTaPers) aus Niedersachsen weiterentwickelte Personaltabelle – vor, mit der sich der leistungsgerechte Personalbedarf in der stationären Kinder- und Jugendhilfe konkret berechnen lässt. Das Tool stieß auf großes Interesse. Wer Interesse hat die Datei zu erhalten, möge sich an die Geschäftsstelle wenden.
Zu den besonderen Gästen zählte auch Anke Erdmann, Bürgerbeauftragte und Beauftragte für die Landespolizei Schleswig-Holstein. Im Gespräch mit Thomas Waldner sprach sie über ihre Schwerpunkte im neuen Amt und die Bedeutung des Kindeswohls für ihre Arbeit – und zitierte Franz von Assisi: „Tu den Mund auf für die Stummen und führe die Sache derer, die verlassen sind.“ Ein Satz, der im gewissen Sinne auch den Geist des Bündnisses treffend beschreibt.
Ebenfalls zu Gast: Klaus Friedrich und Christian Scharfe vom neu gegründeten Aktionsbündnis Kindeswohl in Hessen. Sie berichteten, wie das Vorbild aus Schleswig-Holstein Schule macht, wer im hessischen Bündnis vertreten ist und welche Ziele es verfolgt – ein Beleg dafür, dass die Idee des ABKWSH über die Landesgrenzen hinaus wirkt.
Im Zentrum des Tages stand das Topthema „Gute Inobhutnahme“. In vier Impulsvorträgen mit Fragerunden beleuchteten Expertinnen und Experten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven: Claudia von Kielpinski vom Landesjugendamt Schleswig-Holstein zur rechtlichen Lage, Prof. Dr. Carmen Hack von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel zum Forschungsstand, Lars Martin, Iuvo, zu nötigen Kompetenzen und Ressourcen sowie Dr. Björn Hagen vom Evangelischen Erziehungsverband EREV zu den strukturellen Voraussetzungen guter Inobhutnahme.
Am Nachmittag führte ein Podiumsgespräch mit Katrin Samulowitz, Vorsitzende Jugendhilfeausschuss Kreis Nordfriesland, Lars Martin, Geschäftsführer Iuvo gGmbH, Klaus Friedrich, Geschäftsführer EVIM e. V. und Sprecher Aktionsbündnis Kindeswohl Hessen, Daniel Lukas, Vorstand Elisabethheim Havetoft e. V., moderiert von Lutz Regenberg und Thomas Waldner, die Erkenntnisse zusammen und diskutierte Standards für gute Inobhutnahme, auch mit Blick auf den Reformentwurf des SGB VIII. In der offenen Fragerunde mit dem Publikum, begleitet von Saalreporter Phillip Diestel vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein,, wurden die drängendsten Prioritäten benannt.
Zum Abschluss gaben die Sprecher des Aktionsbündnisses Kindeswohl in Schleswig-Holstein Lutz Regenberg und Hasko Facklam einen Ausblick auf die weitere Arbeit des Bündnisses – inklusive der wachsenden Vernetzung nach Berlin: Im November 2026 ist ein Parlamentarischer Abend in Berlin geplant. Auch ein neues ABKWSH-Logo wurde präsentiert.
Der 3. Bündnistag machte deutlich: Das Aktionsbündnis Kindeswohl Schleswig-Holstein hat sich als feste Stimme für gute Rahmenbedingungen in der Kinder- und Jugendhilfe etabliert – fachlich fundiert, gut vernetzt und mit konkreten Werkzeugen für die Praxis.







